Blog 3: Das kannst Du Dir selbst doch nicht nehmen

Spätestens wir als Generation Y haben es doch eigentlich verstanden, oder? Die Technologie hat ihre Vor- und Nachteile und dass ständig von überall aus erreichbar zu sein, Fluch und Segen zugleich ist.
Ich für meinen Teil hab die Technologie eigentlich ausschließlich immer nur als Segen betrachtet. Ich liebe Fotografie und wenn ich etwas in meinen Augen schönes sehe, dann will, nein, ich muss unbedingt sofort mein Smartphone zücken und es fotografieren. Jederzeit mit meinen Freunden und Familie im Austausch stehen und sie an den tollen Dingen, die ich erlebe, teilhaben zu lassen? Auch super! Jede spontane Frage, die mir in den Sinn kommt, kann ich nachlesen, top!

Ist ja auch alles super und ich mag es mir gar nicht wegdenken, darum soll es heute auch nicht gehen. Vielmehr darum, wie viel Zeit wir dann doch vor dem Bildschirm verbringen und währenddessen das Leben an uns vorbeiziehen lassen. Und da geht es mir persönlich besonders um Social Media Apps wie z.B. Instagram. Und ich berichte hier natürlich nur für mich, vielleicht hab ich ein total abgedroscheneres Nutzungsverhalten als du, aber falls nicht, dann wird Dir das hier bestimmt weiterhelfen.

Jedes Mal (so gut wie jedes Mal), wenn ich mein Handy entsperrt habe, hat mein Finger wie auf Autopilot die Instagram App geöffnet. Dabei wollte ich doch eigentlich nur meiner Mama antworten, ein Rezept googlen oder nach der Busverbindung schauen. Wann immer ich irgendwo warten musste, habe ich mein Handy gezückt und bin durch den News Feed gescrollt. Irgendwie ist es immer passiert, in der Bahn, im Cafe, beim Treffen mit Freunden oder Familie, beim Spazieren, beim Filme schauen auf der Couch (wtf). Ja, ganz schön beunruhigend, finde ich auch.

Ist ja nicht so, dass ich das nicht gemerkt hätte, ich hab's! Fand ich es gut? Auf gar keinen Fall. Also fing ich an, die App zu löschen, aber dann wollte ich wieder was nachschauen und zack, war sie wieder auf meinem Handy. Und sie dann wieder zu löschen? Das vergaß ich dann doch meistens (hupsi). Dann versuchte ich es mit automatischen Remindern von Instagram selbst, die App doch mal zu schließen. Ja toll, aber die konnte ich dann auch einfach wegklicken.
Aber hey, immerhin wollte ich zumindest was ändern. Und ich wurde mit der Zeit auch immer besser. Aber was ich hier noch gar nicht erwähnt habe, ist ja das, was dieser ganze Konsum mit Dir macht. Statt einfach mal im Hier und Jetzt zu sein, die Menschen um Dich herum zu beobachten, wirklich nur diesen einen Film zu schauen, das Warten vielleicht mit einem schönen Buch zu überbrücken, das Geschehen im Café zu bestaunen oder den Spaziergang achtsam zu genießen, tauchen wir einfach in eine “Scheinwelt” ab. 

Man vergleicht sich, fängt an zu zweifeln, denkt, man sei nicht richtig oder gut so wie man ist. Man hinterfragt sein Leben, weil vielleicht die Hälfte der Leute, denen man folgt, den Anschein erwecken, sie hätten ein stabileres Leben und kein einziges Probleme.

Ich erinnere mich noch zu gut, dass ich sogar bei meinem alten Job häufig auf meine Stories angesprochen wurde. Teilweise sogar schon fast etwas vorwurfsvoll;  ich sei ja nur unterwegs und alles schaut so schön aus. Okay, ich bin gern viel unterwegs und klar postet man “nur” das Positive. Aber dass ich auch häufig Daheim rum saß und nichts mit mir anzufangen wusste, es mir alles andere als gut ging und mir das viel unterwegs sein, doch auch manchmal so ziemlich zu Kopf stieg, konnte natürlich niemand wissen. Also für mich schon eine Scheinwelt und ja, auch ich trage bestimmt meinen Teil dazu auf irgendeine Art und Weise bei.

Okay, kommen wir jetzt zum entscheidenden Punkt und wie es zur Wendung kam. Im Mai haben mein Freund und ich uns auf unsere 3- Monatige Camperreise gemacht. Und ich muss ehrlich sein, dass mich das, was ich online manchmal gesehen habe, sehr sehr sehr runtergezogen hat. Es hat mich verunsichert, mir Angst gemacht, mich traurig gestimmt …. und das wollte ich nicht. Schon gar nicht auf der Reise, auf die ich so lange hin gearbeitet habe.
Ich wollte unbedingt einfach im Hier und Jetzt sein und genießen. Also kam plötzlich die Lösung, die so banal ist, dass ich es gar nicht glauben kann, dass ich zuvor nie drauf gekommen bin. 

Ich habe Instagram von meinem Handy gelöscht. “Wow!” Denkst Du jetzt vielleicht. Aber ja so ist es. Jedoch habe ich weiterhin Instagram auf meinem Tablet.
Dies ist viel zu groß, um es ständig bei mir zu führen, demnach kann ich die meiste Zeit gar nicht auf Social Media zugreifen.
Dies ist für mich die absolut beste Lösung.


Wie funktioniert nun also genau mein neues low Social Media Leben:

  • alles was ich dokumentieren will, kann ich mit meinem Smartphone aufnehmen

  • ich nehme mir dedizierte Zeit, um ans Tablet zu gehen und durch Social Media zu scrollen

  • erstaunlicherweise ist meine Lust auch extremst zurückgegangen, ich geh kurz online poste was ich posten will, schau noch kurz in ein paar Stories rein und dann war’s das auch schon wieder

  • Aufnahmen, Stories und Co. poste ich einfach zeitversetzt und dann wann mir danach ist

  • meine Zeit auf Instagram hat sich dadurch natürlich stark reduziert, da ich es nicht mehr am Handy und somit nicht konstant Zugriff habe

Ich würde dies allerdings nicht am Abend machen. Wenn Du ein bisschen wie ich auch dazu neigst, dich verunsichern zu lassen, dann bloß nicht in der Abendstille.

Falls Du kein Tablet hast, dann kannst Du das natürlich auch mit Deinem Laptop machen.


Für mich war es der absolute Gamechanger. Ich bin viel mehr im Moment, genieße das echte Leben, habe diese mehrmaligen Reize aus Social Media auf einmal am Tag reduziert und merke einfach, weniger ist mehr.

Du kannst Dir doch selbst nicht die besonderen Momente wegnehmen, indem Du Dich in einer Scheinwelt verkriechst. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Lass mich unbedingt wissen, wie Dein Social Media Konsum-Verhalten ist und ob Du meine Lösung ausprobiert hast.

Isabel

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